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Einführung

Die Siedlung Föhrenwald entstand ab Herbst 1939 für Angestellte und Arbeiter der Rüstungswerke Geretsried. 102 Ein- und Mehrfamilienhäuser sollten 2300 Männer und 2000 Frauen aufnehmen.

Schild des Nach Kriegsende wurde der Ort vorübergehend Bleibe für Flüchtlinge, Vertriebene und jüdische Überlebende. Die Alliierten nannten sie DPs, displaced persons, während die Juden von sich als "She'erit Hapletah", Rest der Geretteten, sprachen.

Die US-Militärbehörden änderten die Situation grundlegend. Föhrenwald sollte ein rein jüdisches Lager werden, um den Status dieser Verfolgten als eigene Gruppe anzuerkennen. Es entstand eine von der deutschen Umwelt strikt abgegrenzte eigenständige jüdische Lebenswelt. Die äußeren Umstände waren schwierig. Schlechte Ernährung und Kleidung. Das Leben in engen Massenquartieren ohne jede Privatsphäre kennzeichnete den Alltag. 

Gisela Schmidt und HelferinnenIm Herbst 1945 übernahm die weltweite Hilfsorganisation UNRRA die Lagerverwaltung. Zu dieser Zeit waren etwa 3000 Personen in Föhrenwald gemeldet. Ihre Zahl stieg ständig und erreichte Mitte September 1946 die Belegungsstärke von 5900. Zum Vergleich: 60 Jahre später leben im heutigen siedlungsmäßig größer erschlosse- nen Waldram rund 3200 Einwohner in 1500 Wohneinheiten.

UNRRA-Direktor Henry Cohen legte den Grundstein für eine demokratische Selbstverwaltung der Lagerbewohner. Für Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung war weiterhin die amerikanische Militärregierung zuständig, die UNRRA für Verwaltung, Wohlfahrt und Berufsausbildung. Alles andere sollten die jüdischen Bewohner selbst in die Hand nehmen.

Schule im Lager FöhrenwaldDie jüngeren unter ihnen, deren physische und psychische Konstitution stärker war, wollten sich auf ein Leben in Palästina vorbereiten. Für die Kinder wurde Schulunterricht eingeführt, Ausbildungsmög- lichkeiten für unterschiedlichste Handwerksberufe wurden wahrgenommen. Man spielte Theater und Sportwettbewerbe fanden statt. Eine Zeitung wurde geschrieben (gedruckt bei Schwankl), kleine Läden eröffnet, und eine jüdische Küche nahm den Betrieb auf. Das religiöse Leben mit all seinen Riten wurde sehr wichtig. Es gab mehrere Synagogen in Föhrenwald.

Königsdorfer Straße 1946Jahre der Hoffnung, aber auch der Resignation gingen vorüber. Trotz Massenauswanderung erfüllte sich für die wenigsten der Traum von Palästina oder USA. Durch Schließung aller anderen jüdischen DP-Lager in Deutschland wurde Föhrenwald zum Sammelpunkt von Alten, Kranken und Invaliden, die keine Kraft mehr hatten für ein Leben in fremder Umgebung. Den Behörden, seit 1. Dezember 1951 stand das Lager Föhrenwald unter deutscher Verwaltung, wurde klar, dass nicht alle Bewohner auswandern konnten. Daher übernahm der deutsche Staat die Kosten für die Errichtung von Wohnungen, zumeist in München und in Frankfurt.

Gedenkstein im heutigen WaldramDie jüdischen Organisationen finanzierten die Erstausstattungen und gaben Existenzgründungs- beihilfen. Oft stieß die Übersiedlung auf Widerstand. Die Lagerbewohner wollten den Schutz der Gemeinschaft nicht verlieren, und Eigenverantwor- tung zu übernehmen, hatten sie in zwölf und mehr Jahren Eingeschlossensein verlernt. Am 28. Februar 1957 verließen die letzten jüdischen Bewohner den Ort, der inzwischen schon Waldram hieß.

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