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Ortsgeschichte

Reichersbeuern besteht nach den Funden von baierischen Reihengräbern der älteren Ausbaustufe mindestens seit dem Anfang des 8. Jahrhunderts, also etwa um 700 nach Chr. Der Ort gehörte bei der Gründung des Klosters Tegernsee Mitte des 8. Jahrhunderts (746) bereits zu dessen Ausstattungsgütern.


Der ursprüngliche Name des Ortes war nur "Beuern", was sich aus dem althochdeutschen Wort bûr = Wohnung, Haus ableitet und in der Form wörtlich "zu den Gebäuden" - "zu den Häusern" bedeutet. Das Bestimmungswort Reichers geht auf einen Richer oder Rihher zurück, der allerdings nicht nachzuweisen ist.


Die erste erhaltene Erwähnung von Reichersbeuern ("rihherispuira") erfolgt in den so genannten "Entfremdungslisten" des Klosters Tegernsee aus dem Jahren 1020 und 1060. Darin werden die Güter aufgeführt, die dem Kloster um das Jahr 915 vom damaligen Herzog Arnulf in einer ersten Säkularisation zur Finanzierung der Feldzüge gegen die Ungarn weggenommen wurden. Reichersbeuern gelangte so in den Besitz der Rapotonen, der unmittelbaren Vorfahren der Grafen von Andechs und Dießen.


In den Traditionen des Klosters Tegernsee findet sich dann um das Jahr 1042 als Zeuge bei einem Rechtsgeschäft ein Graf Meginhard de Richerspuren, der zu der Familie der Andechser gezählt wird.
Wann genau und wie Reichersbeuern wieder in den Besitz des Klosters Tegernsee gelangt ist, lässt sich nicht mehr nachweisen. Um das Jahr 1100 tritt dann die Ministerialfamilie der "Herren von Reichersbeuern" in Erscheinung, die als erbliches Lehen das Amt des Truchseß des Klosters Tegernsee innehatten. Diese führten den Panther im Wappen, der sich auch heute im Wappen der Gemeinde befindet. Mit Alban IV. als letzten Vertreter dieser Sippe endet diese Ära. Er verkauft um 1353 die Burg an Otto I. von Pienzenau, dessen Sohn Otto II. im Jahr 1388 eine "ewige Messe" für Reichersbeuern stiftet. 


Nach häufig wechselnden Besitzern, unter anderen auch bayerische Herzöge, erwarb im Jahr 1507 der aus Tirol stammende, reiche Minenbesitzer Veit Jakob Tänzl von Trazberg die Burg und ließ sie zu einem Schloss umbauen.


Im Jahr 1577 kaufte Christoph von Pienzenau das Schloss und die Hofmark Reichersbeuern zurück. Als Geheimer Rat und Kammerpräsident war er der höchste Beamte in Bayern. Er starb allerdings schon am 26.7.1578 und wurde in Ebersberg begraben.


Danach erbte die Tochter Anna die Hofmark, die mit dem Freiherr Johann Baptist von Guidoboni-Calvachino verheiratet war. Er stammte aus einer italienischen Familie aus der Nähe von Genua und war am bayerischen Hof in München im Dienst. Er starb im Jahr 1603 und wurde in der Stadtpfarrkirche von Tölz beigesetzt. Die Witwe Anna heiratete im Folgejahr mit Giacomo Papafava, Graf von Carrara und Aquilara wieder einen italienischen Edelmann.
 Die Gräfin widmete sich religiös-caritativen Aufgaben. So ließ sie schon 1606 auf dem Reutberg bei Sachsenkam eine Kapelle mit den gleichen  Abmessungen der Santa Casa im italienischen Wallfahrtsort Loretto bei Ancona erbauen, der im Jahr 1610 zwei Seitenkapellen angefügt wurden. Nach dem Tod der Anna Papafava am 16.3.1627 wurde die Hofmark  von den Erben verkauft.


Der Käufer war am 12.11.1627 Johann Christoph von Preysing zu Hohenaschau, der schon 1629 von Kurfürst Maximilian die Hofmark Greiling für seine durch den "Dienst am Hofe erlittenen Einbußen" als Geschenk erhielt. Damit begann für Reichersbeuern eine Periode von 200 Jahren unter der Herrschaft der Freiherrn bzw. Grafen von Preysing.


Für die Hofmark war besonders wichtig Johann Maximilian IV. Emanuel, der die Kirche renovieren ließ, wobei diese ihre charakteristische Turmhaube erhielt, und der ein Waisenhaus gründete. Auch seine "Flitterwochen" mit seiner ersten Frau im Jahr 1720 verbrachte er in Reichersbeuern und auch in späteren Jahren besuchte er den Ort einmal im Jahr.


Am 4.7.1828 wurde das Schloss und die Hofmark von den Erben von Johann Maximilian V. Franz Xaver durch Baron Christian von Großschedl erworben, der diese allerdings ein Jahr später schon wieder an den Sekretär der staatlichen Schuldentilgungs-Kommission, Joseph von Sigriz veräußerte. Das Schloss wurde von 1830 bis 1835 anstelle des Wehrganges um ein Stockwerk erhöht, so dass es damit sein heutiges Aussehen erhalten hat.


Seit dem 1.4.1938 ist das Schloss an die Max-Rill-Schule, ein privates, staatlich anerkanntes  Gymnasium, vermietet. Dadurch wurden die altehrwürdigen Räumlichkeiten neu belebt. Früher war es eine Erziehungsanstalt nur für Mädchen, jetzt sind auch Buben zugelassen.
 

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