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Ortsgeschichte

Greiling ist ein typisches Voralpendorf, circa 2,5 Kilometer östlich von Bad Tölz gelegen. Mit einer Fläche von ca. 765 Hektar ist Greiling zwar die flächenmäßig kleinste Gemeinde der 21 Kommunen des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, hat aber dennoch Einiges zu bieten. Das Dorf wird auch heute noch stark durch die Land- und Forstwirtschaft geprägt, hier fallen vor allem die sanfte Hügellandschaft sowie der Vorberg mit dem Sulzkopf und Rechelkopf mit einer Höhe von 1328 m, der ganzjährig ein Ziel für Bergwanderer ist, auf. Für Freizeitbegeisterte sind im Umkreis von 30 km die Berge des Vorkarwendels und die oberbayerischen Gebirgsseen Tegernsee, Kirchsee, Walchensee, Sylvensteinsee und Kochelsee schnell zu erreichen. Sechs Bäche durchfließen die Greilinger Flur, nämlich die Große Gaißach, der Rinnenbach, der Weiherbach, der Markgrabenbach, der Mühlbach und der Kekerbach. Das gesamte Flußsystem mündet zwischen Gaißach und Bad Tölz in die Isar.  Die Landwirte mit ihrer naturverträglichen Bewirtschaftung der Wiesen und Streuflächen im Rahmen ihrer Milchviehhaltung sowie der Pflege des Bergmischwaldes sorgen für ein gepflegtes Landschaftsbild. Stattliche Bauernhöfe, aber auch stilvoll in das Ortsbild eingebundene Häuser runden das Ortsbild ab.

 

Besonders geprägt ist das Erscheinungsbild des Dorfes aber vom Ensemblebereich Greiling mit dem Ortskern der Tölzer- und Tegernseer Straße mit den zumeist in Ost-West-Richtung angelegten Bauernhöfen. Mittendrin befindet sich die barocke Greilinger Nikolauskirche mit dem westseitigen Zwiebelturm, die im Jahre 1728 errichtet wurde. Die Kirchenfiliale Greiling gehört seit jeher der Pfarrei Reichersbeuern an, welche inzwischen mit Gaißach seit einigen Jahren den Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern bildet. Ebenfalls in der Dorfmitte befindet sich auch der Michael-Gistl-Platz. Der dort vor dem Feuerwehrhaus aufgestellte Findling erinnert mit einer Gedenktafel an das ungewöhnlich lange Wirken von Michael Gistl, der von 1948 -1990 erster Bürgermeister der Gemeinde Greiling war.

 

Greiling ist eines der ältesten Dörfer dieser Gegend, Namensgeber dürfte um etwa 700 nach Christus ein bajuwarischer Anführer namens „Cruwilo“ gewesen sein, der sich hier mit seiner Sippe ansiedelte. Ursprünglich war Greiling dem Kloster Tegernsee zugehörig, daher auch das grüne Seerosenblatt aus dem Wappen des Stiftes Tegernsee in der unteren Hälfte des Gemeindewappens. Bereits 1420 waren in einer Aufstellung 14 Greilinger Bauern aufgeführt. 1532 waren es dann nachweislich schon 26 Hofstellen. Im Jahr 1629 erhielt Johann Christoph von Preysing auf Hohenaschau vom Kurfürsten Maximilian I. für seine Verdienste Greiling mit zehn Gütern, als selbständige, neu gegründete Hofmark, als Geschenk. Die Hofmarken Reichersbeuern und Sachsenkam hatte dieser bereits 1627 erworben. 1666 zählte Greiling 32 Bauern auf 30 Hofstellen. Im Jahre 1760 vernichtete ein verheerender Großbrand, der beim Geisreiterhof, frühere Haus-Nr. 31, ausbrach, fast alle Höfe, auch die erst 1735 eingeweihte Nikolauskirche brannte aus. Ab 1810 begannen die ersten amtlichen Vermessungsarbeiten, die erste Greilinger Flurkarte ist im Flur des Greilinger Gemeindezentrums ausgestellt.  Mit dem Gemeinde-Edikt von 1818 wurde Greiling eine eigene Gemeinde. Damals gab es einen Ortsvorsteher und einen Gemeindeausschuss, heute Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat. Bei der letzten Gebiets- und Verwaltungsreform wurde zum 1. Mai 1978 zusammen mit den Gemeinden Reichersbeuern und Sachsenkam eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Sitz in Reichersbeuern gebildet. In der Mitgliedsgemeinde Greiling wird seitdem ein Kanzleibetrieb, während dessen der Bürgermeister wöchentlich mehrmals Sprechzeiten hat, als Anlaufstelle für die Bürger vor Ort aufrecht erhalten, bei dem der 1. Bürgermeister Anton Margreiter bzw. seine Stellvertreter wöchentlich dreimal zwei Stunden für Anfragen und Anträge der Bürger persönlich zur Verfügung stehen.

 

1989 feierte Greiling sein 1300-jähriges Bestehen. Wer noch mehr über Greiling erfahren möchte, kann über die Gemeinde die damals herausgegebene Chronik „1300 Jahre Greiling“ mit einem Umfang von 180 Seiten beziehen, die viele Informationen über Haus- und Hofnamen, zu Bräuchen, Sitten und zur Dorfgeschichte liefert sowie viele historische Fotos enthält. Seit 1990 gibt es mit dem Greilinger Dorfboten auch eine gemeindeeigene Zeitung für alle Greilinger Haushalte, die drei-viermal im Jahr das aktuelle Geschehen seit der vorherigen Ausgabe Revue passieren lässt.

 

Das Dorfleben in Greiling prägt nachhaltig auch das im Jahre 1954 unter der engagierten Führung von Bürgermeister Michael Gistl gebaute frühere Schulhaus, welches nach der Schulhauserweiterung in Reichersbeuern ausgedient hatte. 1996 wurde es auf Veranlassung des damaligen Bürgermeisters Hermann Schinner in ein Gemeindezentrum umgebaut. Nach und nach sind dort die Gemeindekanzlei, der Sitzungs- und Bürgersaal, der Kindergarten bereits seit 1988 und das Gemeindearchiv seit 2004 untergebracht worden und das Haus ist weiter mit Leben erfüllt. Der Vorplatz vor dem Gemeindezentrum, mit dem jährlich am 1. Mai von den Maiburschen aufgestellten Maibaum, ist eine weitere, prägende Ansichtskulisse des Dorfes.

 

Greiling hat mit den Gemeindeteilen Mühlleiten, Reuth, Lohwiesen, Attenloh und dem kleinen Gewerbegebiet am Weiherbach heute etwa 1.420 Einwohner, zum Vergleich: 1900 waren es 228 Einwohner, 1946 schon 655 Einwohner, die 1000 Einwohner Marke wurde im Jahr 1974 überschritten. In Greiling gibt es auch schon seit Jahren eine Tennisanlage, einen Pferdepensionsbetrieb, einen Segelflugplatz und im Winter einen Eisplatz zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen. Für die Gastlichkeit sorgen in bewährter Weise unsere Gasthöfe und einige private Beherbergungsbetriebe. Auch die Musik wird in Greiling gepflegt, die Greilinger Sänger und die Musikkapelle Greiling sind weit über Greiling hinaus bekannt.

 

Die bekanntesten Greilinger dürften wohl die Heilpraktiker und Ärzte der Familie Adlmaier sein. Der Kernzl, so wie er bei uns heißt, hat schon vielen Kranken und Schmerzleidenden geholfen, aus der ganzen Bundesrepublik kommen immer wieder Patienten und hoffen auf Hilfe durch den Kernzl, dem vor allem in der Knochenheilkunde ein hervorragender Ruf vorauseilt.

 

QuelleGemeindearchiv Greiling

Johann Huber, Archivreferent 

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