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Ortsgeschichte

Fast 1000 Jahre alt ist der Weiler von Geretsried. 1083 wird "Gerratesried" erstmals in einer Aufzeichnung der Dotationsgüter des Chorherrenstifts Habach erwähnt. Nicht weit von den Ufern der Nikolauskapelle in GeretsriedIsar stand eine Kapelle, die es wohl den Isar-Flößern zu verdanken hat, dass sie dem heiligen Nikolaus – dem Flößerpatron – geweiht wurde. Errichtet wurde sie von den wenigen Einödbauern in nächster Nachbarschaft ihrer Höfe.

 

Die Kapelle und die Einödhöfe standen an der Postroute, auf der Reisende sowie Waren und Briefe von München nach Italien und zurück gebracht werden konnten. Die Postroute wurde später von der Reichsstraße und nach dem 2. Weltkrieg von der B 11 abgelöst.

 

Tafel zur NikolauskapelleKirchlich gesehen ge- hörte Geretsried zur Pfarrei Königsdorf. Nach einer Beurkun- dung von 1315 hatte Geretsried ein eigenes Bestattungsrecht, also auch einen Friedhof bei der Nikolaus-Kapelle.

 

Ab 1937 begannen die Vorbereitungen für den Bau der beiden Rüs- tungswerke DAG (Dynamit AG) und DSC (Deutsche Sprengchemie) in Gartenberg und Stein. Für die Produktion wurden erst dienstverpflichtete Deutsche herangezogen, später holte man für die gefährlichen und gesundheitsschädlichen Arbeiten Zwangs- und Fremdarbeiter aus dem Osten. Die Produktionswerke in Form von Bunkern waren durch den Wald gut getarnt. Trotzdem wurden die Gebäude kurz vor Kriegsende von den Amerikanern entdeckt und bombardiert. Im Mai 1945 besetzten die Amerikaner die Rüstungswerke.

 

Ein Jahr später kamen die ersten Heimatvertriebenen in Geretsried an:w 554 Sudetendeutsche aus Graslitz, 212 Personen aus Tachau, 102 aus Karlsbad und Umgebung und weitere 350 Flüchtlinge aus anderen Herkunftsgebieten. Sie wurden in den Barackenlagern Buchberg und Stein und dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der DAG – dem heutigen Rathaus – untergebracht. Dort versuchten sie sich in den zum größten Teil zerstörten Baracken häuslich einzurichten.

 

Am Anfang fehlte es so ziemlich an allem, doch Not macht erfinderisch. Aus dem reichlich herumliegenden Schrott fertigten die Flüchtlinge die notwendigsten Haushaltsgerätschaften. Einen Teil davon konnten sie auch verkaufen oder in Naturalien umtauschen. Die Menschen lebten sich allmählich ein und bauten aus den großen Räumen der Baracken einzelne kleine Zimmer, so dass wenigstens die Familien unter sich sein konnten. Verwaltet wurde dieses Lager von der Gemeinde Gelting.

 

Ein Lagerbrand im Jahr 1949 war Auslöser für die ersten Wohnungsbauten durch die Regierung. Zu dieser Zeit war Karl Lederer Vertreter der Heimatvertriebenen im Gemeinderat Gelting. Seinem Antrag, eine eigene Gemeinde für diese Menschen zu schaffen, wurde stattgegeben und die Gemeinde Geretsried am 1.4.1950 gegründet. Nun entstanden die Stadtbücherei, die Feuerwehr, schulische Einrichtungen, und immer mehr Industrie und Handel wurden ansässig. Vereine entstanden und das kulturelle Leben in Geretsried wuchs.

 

Am 27.7.1970 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben. Weitere Schulen, u.a. ein Gymnasium, das Kunsteisstadion, ein Hallenbad und das Heimatmuseum entstanden. Die Gebietsreform bringt für Geretsried eine größere Änderung mit sich, am 1.5.1978 wird Gelting in die Stadt Geretsried eingemeindet.

 

(Text: Claudia Goetz)

 

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