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30.06.1003
König Heinrich II. erteilt Graf Adalbero das Jagdrecht

In einer Urkunde Heinrichs II. aus dem Jahr 1003 wird der Name der Siedlung Wolfratshausen erstmals genannt: Am 30. Juni 1003 stellte König Heinrich II. in Regensburg eine Urkunde für einen Grafen Adalbero aus. In dieser Urkunde erteilte der junge König dem Grafen Adalbero das Jagdrecht auf seinem eigenen Grund und Boden im "Sundergau", und zwar zwischen Isar und Loisach, von Hechenberg und Königsdorf "den Lauf des Flusses Loisach hinunter bis Wolfratshausen". In der Urkunde wird zum ersten Mal der Name der Siedlung Wolfratshausen ("wolueradeshusun") erwähnt.

 

Das bedeutet, dass die betreffende Siedlung bereits zuvor bestanden haben muss. Es handelt sich also nicht um eine Gründungsurkunde. Gründungsurkunden hat es im gesamten Mittelalter nicht gegeben. Aber: Durch die Urkunde ist die Existenz der Siedlung Wolfratshausen seit diesem Zeitpunkt einwandfrei belegt.

 

Urkunde von 1003

 

Übersetzung:

1003 Juni 30 Regensburg C (Chrismon). Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit. Heinrich, durch göttliche gnädige Milde König. Bekannt sei es allen unseren Getreuen, den gegenwärtigen wie den künftigen, dass wir dem uns ergeben Grafen Adalbero in Anbetracht seines in allem treuen Dienstes und in Erwägung seiner Bitte durch die Fürsprache des zu verehrenden Bischofs Gottschalk (von Freising), wie er gebeten hatte und weil wir es rechtmäßig konnten, den Königsbann über die wilden Tiere zwischen den beiden Flüssen Isar und Loisach sowohl auf dem eigenen Land des besagten Adalbero als auch auf den Ländereien der bischöflichen Güter und der Klöster bei Abteien, die dort uns gehören, und auf den Ländereien all jener Leute, die jetzt oder künftig eine derartige Sache mit ihm vereinbaren werden, in der Grafschaft des Friedrich, der in Haching im Gau Sundergau die Gerichtsbarkeit ausübt, zugestanden haben, zuerst von der Mündung der besagten Flüsse an die Isar aufwärts bis Hechenberg, von da an bis Huppenberg und Königsdorf, von da an bis Karpfsee und Winidowa (Weidfilze südlich Nantesbuch), schließlich entlang dem Flusslauf der Loisach bis Wolfratshausen. Mit unserer königlichen Autorität also, wie vorher erwähnt worden ist, haben wir zwischen den oben genannten Flüssen und Grenzen den Wildbann übergeben und durch diese Verfügung geschenkt, wobei wir mit königlichem Spruch in jeder Hinsicht untersagt haben, dass in diesem Umfang ohne seine Erlaubnis jemand durch irgendeine List oder Art des Jagens hierauf jene wilden Tiere fängt, die in anderen Königsforsten unter dem Bann stehen. Und damit dieser königliche Beschluss unseres Zugeständnisses fest und unerschüttert bleibe, haben wir diese Urkunde unserer Verfügung eigenhändig beglaubigt und befohlen, sie mit dem Siegel unseres Bildnisses zu versehen.

Zeichen des Herrn Heinrich (Monogramm des Königs) des unbesiegbarsten Königs. Kanzler Egilbert hat an Stelle des Erzkaplans Willigis beglaubigt. Gegeben an den 2. Kalenden des Juli im 1003. Jahr der Geburt des Herrn, in der 1. Indiktion, schließlich im 2. Jahr des Königtums des Herrn Heinrich des Zweiten; geschehen in Regensburg.

   

(Übersetzt aus dem Lateinischen am 16.9.1993 von Dr. Peter Moser, Staatsarchiv München)

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